Angesichts der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen und einem erwartbar stärkeren Infektionsgeschehen im Herbst haben Gesundheitspolitiker*innen aus dem Grün-Rot-Violetten Ratsbündnis der Stadtverwaltung einen Fragenkatalog zum Impfgeschehen in Münster geschickt. Eine zentrale Frage ist, wie die Stadtteile mit besonders hohen Coronainfektionen und niedrigen Impfquoten durch mobile niedrigschwellige Impfangebote besser für den Herbst gerüstet sein können.

Dazu erklärt Harald Wölter, Ratsherr und gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen Ratsfraktion:

„Wie in vielen anderen Städten gibt es auch in Münster die Beobachtung, dass sich in jenen Stadtvierteln die Corona-Infektionen häufen, in denen Menschen in einkommensarmen Haushalten leben. Menschen, die oft kleinere Wohnungen haben und Jobs, die oft schlecht bezahlt sind. Wir Grüne fragen uns, ob sich die Stadt nicht stärker auf diese Stadtteile und Quartiere fokussieren sollte. Die Stadt Bremen hat es vorgemacht: Zielgruppenspezifische Informationen und mobile Teams können die Impfbereitschaft nachweislich erhöhen und Coronainzidenzen senken.“

Und Ratsfrau Brigitte Hasenjürgen erklärt:

„Dass sich in Coerde, Kinderhaus, Berg Fidel und rund um den Bahnhof relativ viele und im Kreuzviertel relativ wenige Menschen anstecken, ist doch kein Naturgesetz. Studien zeigen, dass hauptsächlich die Sprachbarriere zu niedrigeren Impfquoten unter Menschen mit Migrationsgeschichte beiträgt. Nach einer verständlichen Aufklärung ist die Impfbereitschaft unter den noch ungeimpften Menschen mit Migrationsgeschichte sogar höher als in der Vergleichsgruppe ohne Migrationsgeschichte. Diese Tatsache ruft doch zum Handeln auf! Hier sind niederschwellige Informationsangebote gefragt – und die Kooperation mit Ehrenamtlichen, die sich etwa als Kulturmittler*innen und Dolmetschende engagieren.“

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