Die Autonomen Frauenberatungsstellen in NRW schlagen Alarm. Durch die Corona-Pandemie geraten die Beratungsstellen mit ihren ohnehin stets knappen Ressourcen an die Grenzen der Belastbarkeit.

In Münster haben sich jetzt die grüne Landtagsabgeordnete Josefine Paul und die grüne Ratskandidatin Andrea Blome mit Beraterinnen des Vereins Frauen helfen Frauen e.V. am Hansaring zu einem Austausch über die aktuelle Situation getroffen.

Wie die 51 anderen Beratungsstellen auch, erhält der Verein 85 % der Personalkosten aus Landesmitteln. Der Eigenanteil wird überwiegend aus Spenden bestritten, von denen ein großer Teil von den Ratsuchenden selbst kommt. „Die Corona-Krise hat viele Frauen auch wirtschaftlich enorm belastet“, so Frauke Stampehl, Psychologin und Beraterin im Verein. „Wer selbst kein Geld hat, kann nicht spenden. Ebenso wie viele geflüchtete Frauen, denen wir ein niedrigschwelliges Angebot bieten wollen.“ Für die Beratungsstelle entstehe hier ein problematischer Kreislauf: „Je mehr geflüchtete Frauen zu uns kommen, umso mehr Dolmetschkosten haben wir und umso weniger Spenden erhalten wir.“

„Gewaltschutz ist eine staatliche Aufgabe“, so Josefine Paul. „Es müssen deutlich mehr Mittel in diese Infrastruktur.“ Insbesondere für die notwendigen Übersetzungskosten müsse auf Landes- und kommunaler Ebene eine Lösung gefunden werden. „Wenn Übersetzungen nicht gesichert sind, verlieren die Frauen das Vertrauen in die Beratungsstelle“, so die Befürchtung der Therapeutin Elke Lichtenstein.

Die Grünen in Münster werden die Gespräche mit beiden autonomen Frauenberatungsstellen insbesondere zur Frage der Übersetzungskosten fortsetzen, kündigte Andrea Blome an. „Wir wollen, dass die Beratungsstellen weiterhin offen für alle ratsuchenden Frauen sein können. Dafür brauchen sie mehr Planungssicherheit.“

Autoren