Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:1. Das unter Denkmalschutz stehende städtische Gebäude Bahnhof Hiltrup ist zu sanieren und zu erhalten.Dazu wird die Verwaltung wie folgt beauftragt:2. Für die zukünftige Nutzung des Bahnhofsgebäudes in Hiltrup ist ein Nutzungs- und Belegungskonzept zu erarbeiten. Als möglicher Hauptmieter ist der Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen e.V. (VSE) in die Belegungsplanung einzubinden. Weiterhin ist zu prüfen, welche weitere Nutzungen, Einrichtungen und Angebote wie z.B. Kiosk oder Bistro für Bahnreisende, Fahrkartenverkauf, kleine Radstation im Bahnhofsgebäude oder einem Anbau realisiert werden können.3.Die stadteigene Wohn+Stadtbau Gesellschaft (W+S) ist mit der Erarbeitung eines baulichen Sanierungskonzeptes einschließlich einer Kostenermittlung und eines Finanzierungsplanes zu beauftragen. Außerdem ist von der W+S auf der Grundlage des Belegungskonzeptes ein Betreiber- bzw. ein Vermietungskonzept zu erstellen. Dabei wird eine sowohl für den VSE als auch die W + S wirtschaftliche Lösung erwartet. Sollte es für ein wirtschaftliches Gesamtkonzept sinnvoll sein, so kann auf einen Kellerausbau ebenso, wie auf eine Nutzung von Anbauten verzichtet werden.

    4. Dem Rat ist das Ergebnis zu berichten und zeitnah ein Konzept für die Sanierung und zukünftige Nutzung des Bahnhofsgebäudes Hiltrup zur Entscheidung vorzulegen.5. Die Verwaltung wird zudem beauftragt, mit dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland Gespräche über eine Koordinierung der Sanierungsmaßnahmen mit den Maßnahmen in Hiltrup aus der „Modernisierungsoffensive 2 aufzunehmen.

      Begründung:

      Vor über einem Jahrzehnt hat die Stadt Münster das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude Hiltrup erworben. Das Bahnhofsgebäude, über 100 Jahre alt, ist neben der alten und der neuen Clemenskirche eines der wenigen Zeugnisse der Vergangenheit im Stadtteil Hiltrup. Mit seiner intensiven Nutzung als Gebäude des öffentlichen Schienennahverkehrs hat es einen herausragenden Stellenwert für die Identität des Stadtteils Hiltrup. Leider hat die Stadt als Denkmaleigentümerin ihre Instandhaltungsverpflichtung unzureichend wahrgenommen.Der bauliche Zustand des Bahnhofsgebäudes erfordert inzwischen umgehendes Handeln. Bisher fehlten Nutzungskonzepte als Grundlage einer Gebäudesanierung. Zwischenzeitlich hat die Stadt das Gebäude als zu veräußernde Immobilie für 200.000 € ausgeschrieben. Das Ausschreibungsverfahren brachte kein Gebot. Weitere Ausschreibungsversuche sind nicht angezeigt. Vielmehr ist die Stadt verpflichtet, das Denkmal zu erhalten und deshalb dort auch baulich tätig zu werden.

      Inzwischen ist der VSE als möglicher Nutzer eines sanierten Bahnhofsgebäudes auf den Plan getreten. Der VSE führt wesentlich die aufsuchende Kinder- und Jugendarbeit in Hiltrup im Auftrage der Stadt durch und wird entsprechend vergütet. Derzeit ist der VSE in einem Einfamilienhaus an der Straße „Am Klosterwald untergebracht. Die beengten Räumlichkeiten reichen nur unzulänglich, die vorhandenen Aufgaben abzuwickeln. Deshalb möchte der VSE mir einer Unterbringung in einem sanierten Bahnhofsgebäude seine Aufgabenerledigung endlich auf die gebotene räumliche Situation bringen. Die Ansiedlung des VSE im Bahnhofsgebäude mit seiner Lage zwischen Hiltrup Mitte und Ost ergäbe einen optimalen Standort zur Aufgabenerledigung. Dies soll erfolgen, ohne die Kinder- und Jugendarbeit anderer Träger in Hiltrup zu beeinträchtigen. Darüber würde dem Bereich des Haltepunktes Hiltrup, der auch zukünftig einen hohen Stellenwert im Nahverkehrskonzept der Stadt behalten wird, neue Impulse gegeben.Der VSE hat nun ein detailliertes Nutzungskonzept für das ehemalige Bahnhofsgebäude vorgelegt, um seiner Stadtteilarbeit eine neue Perspektive zu geben. Darüber hinaus sind in dem Gebäude weitere Angebote für Hiltrups Bürger zu realisieren. Dadurch könnte die Nutzung des Haltepunktes und damit des öffentlichen Nahverkehrs gesteigert werden. Dies würde den Straßenverkehr entlasten und einen guten Beitrag zum angestrebten Klimaschutzziel der Stadt darstellen.Die W+S ist eine städtische Baugesellschaft, die auch den stadtpolitischen Zielen verpflichtet ist und erhebliche Erfahrungen in der Sanierung von Altgebäuden hat. Sie ist damit hervorragend für die bauliche Reaktivierung des Bahnhofsgebäudes in Hiltrup geeignet.

      Wolfgang Heuer Hery Klas Raimund Köhn
      Karl-Heinz Winter Helga Bennink und Fraktion
      und Fraktion und Fraktion