Die GRÜNEN in Münster haben auf ihrer Mitgliederversammlung gewählt, wen sie bei einer Kandidatur bei für die Landtagswahl 2022 unterstützen.

Gewählt worden sind:
1. Quotiertes Votum: Josefine Paul (mit 56 von 68 abgegebenen Stimmen = 82 Prozent)
1. Offenes Votum: Robin Korte (mit 62 von 70 abgegebenen Stimmen = 89 Prozent)
2. Quotiertes Votum: Dorothea Deppermann (mit 47 von 62 abgegebenen Stimmen = 76 Prozent)
2. Offenes Votum:  Dean Tucker (mit 39 von 67 abgegebenen Stimmen = 58 Prozent)

Die Kandidierenden hatten im Vorfeld eine Bewerbung eingereicht und während der Versammlung 10 Minuten Zeit sich vorzustellen.

Zu den Kandidierenden

 
Josefine Paul, 39-jährige NRW-Landtagsabgeordnete, überzeugte die Delegierten mit einem Rundumschlag gegen die von Armin Laschet (CDU) geführte Landesregierung. NRW müsse früher aus der Kohle, um die Klimaziele erreichen zu können. Gleichzeitig verschleppe die Landesregierung den notwendigen Ausbau der Erneuerbaren Energien und blockiere insbesondere den Ausbau der Windenergie. Außerdem forderte sie eine NRW-weite Verkehrswende hin zum Rad und zum ÖPNV.Einen weiteren Schwerpunkt legte Paul auf die Bekämpfung von Kinderarmut und Chancen für alle Kinder. Die soziale Spaltung dürfe sich nicht fortsetzen, betonte Paul und prangerte an, dass immer noch zu viele Kinder in NRW in Armut lebten.
Robin Korte, 33, Lebensmittelchemiker, Ratsherr und Vorsitzender des Umweltausschusses in Münster ,rückte die Bewältigung der Klimakrise in den Mittelpunkt seiner Rede. Dies sei die zentrale Voraussetzung dafür, dass junge Menschen in Zukunft auf dem Planeten noch ein gutes Leben haben könnten. Münster und andere Städte könnten ihre Klimaschutzziele nur erreichen, wenn die Rahmenbedingungen für Klimaschutz auf Landesebene deutlich verbessert würden. Kortes Ziel ist deshalb, vom Landtag aus bestmögliche Vorraussetzungen für effektiven Klimaschutz in den Kommunen auf den Weg zu bringen. Dafür forderte er unter anderem eine Neuausrichtung der Städtebauförderung und eine Beschleunigung kommunaler Wärmeplanung. Dabei sei gleichzeitig das Ziel im Vordergrund, dass Wohnraum bezahlbar bleiben müsse.
Dorothea Deppermann, 38, Verwaltungsbeamtin bei einer Landesoberbehörde der Polizei,gab die Schlagworte Polizei, Digitalisierung und Gleichstellung vor. Sie forderte unter anderem die Einrichtung einer neutralen Stelle für Beschwerden von Bürgerinnen und Bürger über die Polizei, mehr digitale Angebote der Verwaltungen für die Bürgerinnen und Bürger und eine progressive Gleichstellungspolitik – insbesondere in der Familienpolitik, um dem in der Realität bereits vorhandenen vielfältigen Familienmodellen gerecht zu werden.
Dean Tucker, 33-jähriger Fließenleger,kritisierte die Ungerechtigkeit im Bildungssystem, die sich unter anderem in der schlechten Ausstattung (z.B. fehlendes W-LAN) an Berufskollegs niederschlage. Er prangerte das mehrgliedrige Schulsystem an, weil es die Menschen viel zu früh aussiebe und so Zukunftschancen verbaue. Als Handwerker wolle er grüne Themen in Milieus hineintragen, die den GRÜNEN noch fern stünden. Er wies auch auf die Diskrepanz hin, dass eine Meisterausbildung im Vergleich zu einem Masterstudium, das mit normalen Semestergebühren zu finanzieren sei, mehrere 10.000 Euro koste.

So geht es weiter

Die GRÜNEN wählen ihre Landesliste für die Landtagswahl auf der NRW-Landesdelegiertenkonferenz vom  11. bis 12. Dezember 2021. Davor werden noch die Bezirksverbände der GRÜNEN in NRW ihre Voten an die Kandidierenden vergeben. Der Kreisverband Münster gehört dem Bezirksverband Westfalen an.