Der Wohnungsbaukonzern LEG hat der kritischen Mieter*innen-Initiative Berg Fidel Solidarisch (BFS) die Räume eines Treffpunkts gekündigt. Jetzt haben sich Vertreter*innen der Grünen mit BFS getroffen und über die Situation im Stadtteil diskutiert.

Katharina Könning, Grüne Ratsfrau für Berg Fidel:

„Der LEG gehören in Berg Fidel rund 700 Wohnungen. Sie trägt damit eine erhebliche Verantwortung für die Menschen im Stadtteil. Dass sich ein börsennotierter Konzern mit einer Marktkapitalisierung von über 5 Milliarden Euro von einer Initiative von Ehrenamtlichen in seinem Ruf bedroht sieht, ist angesichts der häufigen und gut dokumentierten Missstände in LEG-Häusern kaum nachvollziehbar. Aus unserer Sicht sollte die LEG sich konstruktiver Kritik stellen, Missstände beheben und die Souveränität besitzen, auch einer kritischen Initiative Räume zu vermieten.“

Christiane Schwab, Sprecherin der Grünen in der für Berg Fidel zuständigen BV Hiltrup, betont:

„Die Gruppe BFS hat für den Stadtteil eine erhebliche Bedeutung. Sie ermöglicht es den Menschen, sich für ihre Interessen einzusetzen – gerade auch gegenüber dem allgegenwärtigen Vermieter LEG. Die große Anzahl an Unterstützungsunterschriften zeigt: Die Menschen in Berg Fidel wollen den Treff erhalten.“

Carsten Peters ist Ratsherr und Sprecher der Grünen in der BV Hiltrup. Er erklärt:

„Sich zu versammeln, zu diskutieren und Kritik zu äußern ist Wesen der Demokratie. Die BFS hat hierzu Möglichkeiten und Räume geschaffen. So macht sie den Menschen bewusst, dass man durch solidarisches Handeln deutlich mehr erreichen kann, als wenn jeder und jede für sich allein handelt.“

Abschließend hebt Ratsfrau Marie Diekmann, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Rathaus, hervor:

„Eigentum verpflichtet – das gilt auch und insbesondere für Konzerne mit hunderten Wohnungen. Neben der Verpflichtung für den Unterhalt der Wohnungen gehört dazu auch die Verpflichtung gegenüber den Mieter*innen und ihrer Umgebung. Der Ball liegt jetzt im Feld der LEG. Durch eine Rücknahme der Kündigung kann sie ein positives Signal in den gesamten Stadtteil Berg Fidel senden.“

Foto: Michael K. Sohn (Creative Commons)

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