In Münster stehen Änderungen beim Schülerspezialverkehr an. Aber was ist das überhaupt und warum wird sich etwas ändern? Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Was sind Schülerspezialverkehre?
In Münster gibt es aktuell 262 Kinder, die mit Kleinbussen zu ihren jeweiligen Schulen gebracht werden. Oft wohnen sie abseits von Siedlungen, so dass sie mit den regulären (Schul-)bussen ihre Schule nicht erreichen können. Dieses Angebot ist für die Stadt Münster allerdings komplett freiwillig und kostet aktuell 600.000 Euro im Jahr – ein Betrag der durch neue Ausschreibungen noch zu steigen droht. Pro Kind fallen jährliche Kosten im vierstelligen Bereich an – im Schnitt sind es über 2000 Euro, im Höchstfall sogar über 6000 Euro im Jahr.

Wo ist das Problem?
Die Haushaltslage in Münster ist extrem angespannt. Wie fast alle Städte in Deutschland wird es auch bei uns immer schwieriger die Leistungen der Stadt zu bezahlen, zu der wir rechtlich verpflichtet sind. Genau deshalb hat die Stadtverwaltung alle internen Abläufe und freiwilligen Leistungen überprüft – und an 100 Stellen Einsparungen vorgeschlagen, unter anderem die komplette Streichung der Spezialverkehre ab dem Sommer 2026.

Wie reagieren Grüne und die von ihr angeführte Koalition?
Wir sehen die Notwendigkeit zu sparen – haben uns aber auf eine Alternative zur sofortigen Streichung geeinigt:
• Im Schuljahr 26/27 bleiben die Spezialverkehre wie aktuell gewohnt erhalten. Danach entfallen diese.
• Ausnahme: Für die Grundschule Loevelingloh werden die Verkehre noch bis zum Schuljahr 29/30 angeboten, da zu dieser Schule sehr viele Kinder den Spezialverkehr nutzen. Hier sind es aktuell 71 Kinder, die den Spezialverkehr nutzen.

Wie sollen die Kinder jetzt zur Schule kommen?
Die Übergangszeit soll dazu dienen, dass Familien sich auf die neuen Gegebenheiten einstellen können, sich organisieren oder gegebenenfalls umzuorientieren. Etwa für Erstklässler bei der Anmeldung 27/28 an eine nähere Schule oder eine Schule, die mit dem ÖPNV besser zu erreichen ist. Praktisch helfen auch Lösungen wie Fahrgemeinschaften. Uns ist klar, dass dieser Schritt für viele mit Aufwand verbunden ist.

Folgende Regelung wird gelten: Statt der Spezialbusse erhalten Familien eine Wegstreckenentschädigung von 0,13 Euro pro Kilometer. In besonderen Fällen – etwa ohne eigenes Auto, bei einer Behinderung oder einem sehr langen Schulweg – werden die tatsächlichen Taxikosten übernommen.

Muss das wirklich sein?
Uns ist klar, dass dieser Schritt für viele mit Aufwand verbunden ist. Dennoch halten wir ihn angesichts der Haushaltslage für notwendig, damit Münster weiterhin handlungsfähig bleibt. Wie viele andere Städte steht auch Münster vor großen finanziellen Herausforderungen. Ohne Einsparungen würde die Stadt in die sogenannte Haushaltssicherung geraten – dann würde die Bezirksregierung über Münsters Finanzen
entscheiden – und auch viele andere freiwilligen Leistungen in Frage stellen.

Unser Ziel ist, das zu vermeiden und gleichzeitig soziale Aspekte im Blick zu behalten.

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