Münsters Grüne äußern sich skeptisch zu der Debatte rund um ein Social-Media-Verbot für junge Menschen, das durch ein von der SPD veröffentlichtes Papier erneut angestoßen wurde. Aus Sicht der Grünen ziele diese Debatte am eigentlichen Problem vorbei. Statt Diskussionen über Verbote für einzelne Gruppen brauche es endlich ein entschlossenes Handeln gegenüber den verantwortlichen Plattformen.

Birgit Wolters, Co-Sprecherin des Grünen Kreisverbands, kommentiert: „Es ist zunächst eine gute Nachricht, dass die Regierung sich Gedanken macht über Einfluss und Auswirkungen von Social-Media-Nutzung auf junge Menschen, denn der Handlungsbedarf ist unbestritten. Aber nicht die jungen Menschen sind das Problem, sondern die Plattformen und deren Geschäftsmodell. Sie zu regulieren wird eine herausfordernde, aber bedeutsame und europaweite Aufgabe sein.“ 

Aus Sicht der Grünen dränge dieses Thema. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass der Konsum von Social-Media viele gesundheitsschädliche Auswirkungen haben kann: Konzentrations- und Schlafstörungen, mangelnde Bewegung, gesteigertes Risiko für Suchtverhalten, Körperbild- und Essstörungen, Depressionen und Ängste. Hinzu kommen gravierende gesellschaftliche Auswirkungen: Durch die Tech-Plattformen gesteuerte Algorithmen verstärken nicht selten Hass und Hetze, es drohen Vertrauensverlust, Ausgrenzungen, Radikalisierungen.

Anna Hünker, Sprecherin für Kinder-, Jugend- und Familienpolitik der Grünen Ratsfraktion ergänzt: „All das gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche. Aber es gilt natürlich, sie besonders zu schützen. Mögliche Maßnahmen sollten vielfältig sein und die jungen Menschen einbinden. Es gibt gute Projekte und Initiativen, die sich für einen verantwortungsvollen und reflektierten Umgang mit digitalen Medien und insbesondere Social-Media einsetzen. Nicht zuletzt sollten wir Erwachsene, Eltern, Lehrkräfte und andere Bezugspersonen auf unseren eigenen Umgang achten und den jungen Menschen vertrauensvoll zur Seite stehen.“

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