Das Schulzentrum Wolbeck wird bald erweitert – endlich. Kinder und Jugendliche müssen dort schon viel zu lange beengt und in Containerklassen lernen. Wir Grüne haben durchgesetzt, dass auch der Schulhof des Schulzentrums weiterhin viel zu bieten hat. Viel Schatten, ein gutes Mikroklima und 24 große Bäume. Diese stehen der Erweiterung im Weg – und werden von einer Spezialfirma versetzen. Diese Umpflanzung kostet pro Baum gut 16.500 Euro – insgesamt 400.000 Euro. Warum das gut angelegtes Geld ist, erklären wir hier.
Kritiker und Kritikerinnen der Verpflanzung sagen, man hätte besser neue Bäume pflanzen sollen. Was spricht für eine Verpflanzung der 24 alten Bäume?
Die alten Bäume haben sofort einen positiven Effekt auf Schulhof. Die Stadtverwaltung schreibt dazu: „Sie spenden deutlich mehr Schatten als Jungbäume, kühlen die Umgebung, filtern Feinstaub und dienen weiterhin als Lebensraum für Insekten und Vögel. Im Gegensatz dazu benötigen Neupflanzungen viele Jahre, um eine vergleichbare
Wirkung zu entfalten.“
Einige behaupten trotzdem, dass man besser junge Bäume pflanzen sollte…
Auch hier ist die Stadtverwaltung eindeutig: „Neuanpflanzungen – in der Regel Jungbäume mit einem Stammumfang von etwa 18 bis 20 cm – benötigen erfahrungsgemäß etwa 15 bis 30 Jahre, um eine vergleichbare Wirkung wie bestehende Großbäume zu erreichen. In dieser Zeit ist ihre Fähigkeit, Schatten zu spenden, die Umgebung zu kühlen und zur Luftreinhaltung beizutragen, deutlich geringer.“
Ganz anders, bei einer Verpflanzung bestehender Bäume. Diese ermöglicht es, die positiven Effekte auf das Schulhof-Klima nahezu sofort am neuen Standort zu erhalten.
Es gibt die Sorge, dass die Bäume am neuen Standort nicht anwachsen. Ist diese berechtigt?
Nein, laut Stadtverwaltung besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Bäume erfolgreich anwachsen. Zur Begründung führt die Verwaltung in einem Schreiben an die Ratsfraktionen an, dass eine spezialisierte Firma die komplette Umsetzung begleitet – von der Vorbereitung bis zur Nachsorge und Pflege in den kommenden fünf Jahren. Auch werde der neue Standort mit Nährstoffen und ein geeignetes Substrat bestens vorbereitet, erklärt die Verwaltung. Grundsätzlich habe jede Baumverpflanzung Risiken, hier werden diese aber deutlich reduziert, so die Verwaltung.
Und was ist mit den Kosten?
Grundsätzlich werden Bauprojekte der Stadt auf Möglichkeiten von Einsparungen überprüft. So auch beim Schulzentrum Wolbeck. Wie an anderen weiterführenden Schulen auch, kann auf Waschbecken in den allgemeinen Klassenräumen verzichtet werden – denn auch in unserer Schulen ist die Kreidezeit vorbei und die guten alten Tafeln und Schwämme wurden durch (digitale) Whiteboards ersetzt. Da in Wolbeck zunächst noch Waschbecken vorgesehen waren, kann dieser Kostenpunkt nun zu Gunsten der Bäume entfallen. Insgesamt bleibt der Schulbau also trotz der Baumumpflanzungen im vom Stadtrat beschlossenen Budget.
Und was ist das Fazit?
Die 400.000 Euro sind gut angelegt für einen Schulhof, auf dem man nicht in der Sonne schmort. Gerade bei den immer heißeren Sommern ist es sinnvoll, auch den Schulhof als Lern- und Aufenthaltsbereich so zu gestalten, dass man sich dort gut und gern auch für längere Zeiträume aufhalten kann. Natürlich prüfen wir Ausgaben sehr genau – wenn durch das Geld die Schülerinnen und Schüler einen kühleren und lebenswerteren Schulhof vorfinden haben die Interessen der jungen Menschen für uns Priorität.
Beispiel-Foto: Eine Platane (Foto: Jean-Pol GRANDMONT – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1844462)
