Warum Atomkraft niemals nur zivil ist
Die Atomindustrie: Bedrohliche Entwicklungen in Gronau und Lingen
Atomkraft und Sicherheitspolitik – das klingt nach internationalen Konferenzen oder dem Krieg im Iran, ist aber auch hier bei uns, wenige Kilometer von Münster entfernt, sehr aktuell. Über die aktuellen Entwicklungen wollen wir reden:
am 22. September von 19 bis 21 Uhr
in der VHS Münster, Aegidiistraße 70, 48143 Münster
mit
– Udo Buchholz, „Nachbar“ der Urananreicherungsanlage in Gronau und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
– Alexander Vent, Umweltaktivist im Bündnis AgiEL in Lingen
– Jens Steiner, Vorsitzender der GRÜNEN im Kreisverband Borken
– Moderation: Birgit Wolters, grüne Landtagskandidatin
In Gronau betreibt die deutsch-britisch-niederländische Firma Urenco eine Anlage zur Anreicherung von Uran. Weitere Produktionsstätten dieser Firma stehen in den Niederlanden, Großbritannien und den USA. Bisher dienten diese Anlagen zivilen Zwecken, also der Anreicherung von Uran für Atomkraftwerke zur Stromgewinnung. Diesen Sommer wurde bekannt, dass die Urenco in ihrer Fabrik in Großbritannien im Auftrag des britischen Militärs Uran anreichern wird – mit Zustimmung der deutschen Bundesregierung.
In Lingen werden Brennelemente für Atomkraftwerke hergestellt. Die Fabrik gehört der ANF, einer Tochtergesellschaft des französischen Konzerns Framatome. Dieser wird zukünftig den russischen Staatskonzern Rosatom an der Brennelementefertigung in Lingen beteiligen – trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, obwohl diese Kooperation Putins Kriegskasse füllen wird und obwohl Rosatom zivile und militärische Nutzung von Atomkraft vermischt.
Auch eine rein zivile Nutzung von Atomkraft lehnen wir ab. Sie ist im Betrieb hochgefährlich, hinterlässt radioaktiven Müll für unvorstellbare Zeiträume und ist – obwohl es manchmal behauptet wird – auch nicht klimafreundlich.
Die aktuellen Entwicklungen machen ein weiteres Problem deutlich: Zivile und militärische Nutzung von Atomkraft lassen sich nie wirklich trennen. Darüber und über die Konsequenzen und Risiken für Staat, Gesellschaft und die Menschen wollen wir am 22. September informieren und gemeinsam ins Gespräch kommen.