Mit großer Sorge haben sich Münsters Grüne zu zwei aktuellen Entwicklungen im Bereich der Atomenergie in Lingen und Gronau geäußert. Kürzlich ist bekannt geworden, dass der französische Konzern Framatome in der Fabrik seiner Tochtergesellschaft ANF in Lingen in Zukunft eng mit dem russischen Staatskonzern Rosatom zusammenarbeiten wird. Außerdem wurde bekannt, dass die Bundesregierung zugestimmt hat, dass die Betreibergesellschaft der Urananreicherungsanlage Gronau, Urenco, ab September in ihrer Fabrik in Großbritannien im Auftrag des britischen Militärs Uran anreichern wird.
Sonja Völker kommentiert für die AG Atomkraft der Münsteraner Grünen zum Thema Lingen: „Dass nun ein russischer Staatskonzern mittelbar an der Brennelementefertigung in Lingen beteiligt wird, besorgt uns sehr. Dass hier trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Geschäfte mit Russland gemacht werden, die Putins Kriegskasse füllen, lehnen wir ab. Anstatt die Kooperation mit Russlands Atomindustrie zu vertiefen und dafür die Anlage in Lingen sogar auszubauen, fordern wir, endlich aus der Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke auszusteigen.“
Lea Tiedemann ergänzt für die AG Europa, Frieden und Internationales zum Thema Gronau: „Dass die deutsch-britisch-niederländische Urenco nun in die Anreicherung militärisch nutzbaren Urans einsteigt, lehnen wir Grüne klar ab. Trotz der wachsenden Bedrohung durch Putins Großmachtgebaren und Europas Streben nach mehr Unabhängigkeit kann die fortlaufende Militarisierung ziviler Sektoren nicht der richtige Weg sein. Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf, diesen Trend nicht weiter fortzusetzen und eine verantwortungsvolle Friedens- und Sicherheitspolitik zu verfolgen.“
Kreisverbandssprecher Tobias Stieb kommentiert abschließend: „Diese beiden Entwicklungen zeigen erneut, welche Risiken und welches Maß an Verantwortung die Atomkraft in Deutschland auch nach der Stilllegung der deutschen Atomkraftwerke noch mit sich bringt. Für uns Grüne ist daher klar: Wir werden den Kampf gegen die Atomkraft erst einstellen, wenn dieses Kapitel endgültig beendet ist. Wir kämpfen weiter für eine atomwaffenfreie Welt und für das Ende der zivilen Nutzung der Atomenergie.“
