Wir, die Grünen im Münsterland, lehnen alle Schritte der nuklearen Stromproduktion – vom Uranabbau bis hin zum Bau von Reaktoren jeglicher Größe und Bauart - ab. Unsere Akzeptanz der Suche nach einem geeigneten Endlager für hochradioaktiven Atommüll auch im Münsterland ist unabdingbar mit der zeitgleichen Umsetzung des vollständigen Atomausstieges verbunden.
Wir führen seit den siebziger Jahren einen politischen Kampf gegen diese hochriskante Technologie.
In unserem direkten Umfeld befinden sich
- die stillgelegten und rückzubauenden Kernkraftwerke Hamm-Uentrop (1989 bis 1990) und Lingen (1968 bis 1979)
- das, noch in Betrieb befindliche, Kernkraftwerk Emsland (1988 bis 2022)
- die Urananreicherungsanlagen (Gronau und Almelo, NL)
- die Zwischenlager (Ahaus und Lingen)
- die Brennelementefertigung (Lingen)
Diese Anlagen und alle weiteren Anlagen in Deutschland müssen sofort stillgelegt, rückgebaut und möglichst sicher entsorgt werden.
Der Atommüll, der in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland angefallen ist und bei den Stilllegungen noch entstehen wird, ist, wie wir Grünen seit Beginn der nuklearen Stromproduktion dargestellt haben, ein ungelöstes Problem. Die hochradioaktiven Abfälle sind real vorhanden und werden dauerhaft für die Menschen und die Umwelt durch ionisierende Strahlung gefährlich sein. Diese Abfälle werden zu Aufbereitungsanlagen transportiert und/oder zwischengelagert. Die beteiligten Unternehmen sind z. T. international verflochten (Urenco: NL, GB, USA) und die Ausgangs- und Reststoffe werden über nur schwer nachvollziehbare Lieferwege transportiert und verschifft (Uranhexafluorid: Russland; Aufbereitung: Sellafield, GB). Auch nach dem Atomausstieg wird das atomare Erbe weiter als Ewigkeitslast zu bewältigen sein.
Für diesen unhaltbaren Zustand muss eine Lösung gefunden werden.
Der Einstieg in die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Abfall ist erfolgt. Der Deutsche Bundestag beschloss das Standortauswahlgesetz mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen.
Dazu Winfried Kretschmann im Bundestag: „Mit dem Standortauswahlgesetz schaffen wir die Grundlage dafür, einen sicheren Endlagerstandort für hochradioaktive Abfälle zu suchen, und das ist eine wahrhaft epochale Aufgabe. Es geht um das schwierigste Infrastrukturprojekt in der Geschichte unseres Landes; denn wir müssen einen Ort finden, an dem wir den Atommüll für 1Million Jahre sicher lagern können – ein unvorstellbarer Zeitraum, der im Grunde das menschliche Maß überschreitet.“
Mit dem vereinbarten mehrstufigen und wissenschaftsbasierten Verfahren wurden Teilgebiete ausschließlich nach geologischen Gesichtspunkten bewertet und es wurden die Flächen dargestellt, deren Untergrund nach heutigem Erkenntnisstand geeignet erscheint, u.a. auch die Ton- und Salzformationen im Münsterland. In den nächsten Schritten werden auf Grundlage dieser geowissenschaftlichen Eingrenzung Standortregionen und danach konkrete Standorte ermittelt.
Wir werden diesen Suchprozess unvoreingenommen, aber auch wachsam und kritisch verfolgen!
Endlagersuche für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland
Endlagersuche im Münsterland?
Grüne Positionierung zur Endlagersuche im Münsterland (Stand 21.03.2021)
Wir, die Grünen im Münsterland, lehnen Atomkraft ab. Das gilt für den ganzen Prozess: vom Uranabbau bis zum Reaktorbau. Wir akzeptieren die Suche nach einem Endlager (Lagerort für Atommüll) nur, wenn Deutschland gleichzeitig aus der Atomkraft aussteigt.
Seit den siebziger Jahren kämpfen wir politisch gegen Atomkraft.
In unserer Nähe befinden sich:
- Stillgelegte Kernkraftwerke in Hamm-Uentrop und Lingen
- Ein noch aktives Kernkraftwerk in Emsland
- Urananreicherungsanlagen (Gronau und Almelo)
- Zwischenlager für Atommüll (Ahaus und Lingen)
- Brennelementefertigung (Lingen)
Alle diese Anlagen müssen sofort stillgelegt werden. Der Atommüll muss sicher entsorgt werden.
Das Problem des Atommülls
Der Atommüll aus den letzten Jahrzehnten ist ein großes Problem. Hochradioaktive Abfälle sind sehr gefährlich. Sie sind real vorhanden und bleiben gefährlich für Menschen und Umwelt. Diese Abfälle werden transportiert oder gelagert. Die beteiligten Unternehmen arbeiten international zusammen. Die Rohstoffe und Reststoffe werden auf schwierigen Wegen transportiert und verschifft. Auch nach dem Atomausstieg bleibt das Atommüll-Problem bestehen.
Für diesen schlechten Zustand muss eine Lösung gefunden werden.
Die Suche nach einem Endlager beginnt
Der Deutsche Bundestag beschloss ein Gesetz zur Endlagersuche. Die Fraktionen CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen stimmten dafür.
Winfried Kretschmann sagte im Bundestag: „Wir müssen einen sicheren Ort für Atommüll finden. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe. Wir müssen einen Platz finden, wo wir den Atommüll eine Million Jahre lang sicher lagern können. Das ist ein sehr langer Zeitraum."
Es gibt ein mehrschrittiges Verfahren. Fachleute bewerten Gebiete nach geologischen Kriterien. Sie prüfen, welche Untergrundbereiche geeignet sind. Dazu gehören auch Ton- und Salzformationen im Münsterland.
Danach werden Standortregionen und konkrete Standorte ausgewählt.
Wir werden diesen Suchprozess verfolgen. Wir sind offen, aber auch kritisch und wachsam.