Der Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar 2026 und die daraus folgende Energiekrise treffen Menschen weltweit und auch uns in Münster. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren zeigt ein geopolitischer Schock, wie verletzlich uns unsere fossile Importabhängigkeit macht. Die wirksamste Antwort ist nicht Abwarten, sondern Beschleunigung: Energiewende, Wärmewende und Mobilitätswende bedeuten heute auch Sicherheits-, Wirtschafts- und Sozialpolitik.
Wir GRÜNE in Münster zeigen mit dem Kommunalwahlprogramm 2025 und dem daraus entstandenen Vereinbarungen im Koalitionsvertrag 2025–2030 einen Weg raus aus dieser Dauerkrise. Mit Tempo im Klimaschutz, Vorrang für Erneuerbare-Energien und Transformation in den Sektoren Energie, Wärme und Verkehr sorgen wir für Verlässlichkeit und Sicherheit. Jetzt geht es darum, die getroffenen Vereinbarungen konsequent umzusetzen und sie dort gezielt zu ergänzen, wo sich die politische Lage verändert hat.
Die Energiekrise trifft Haushalte mit niedrigen Einkommen besonders hart. Auch deshalb müssen wir unabhängig werden von steigenden Preisen für Öl und Gas. Die Energiewende muss gerecht gestaltet werden. Das reicht von bundesweiten Maßnahmen wie dem Klimageld bis zu kommunalen Angeboten wie Energieberatung und Stromspar-Checks.
Forderungen an die Bundes- und Landespolitik
Viele Hebel liegen nicht in kommunaler Hand. Wir fordern daher die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und die Bundesregierung auf, die Energiewende entschlossen voranzutreiben.
Die Kreismitgliederversammlung beauftragt den Kreisvorstand und die grünen Mandatsträger*innen, diese Forderungen aktiv in die Landes- und Bundespolitik einzubringen und zu verfolgen:
Ausbau erneuerbarer Energien ambitioniert fortsetzen
Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist durch die grüne Regierungsbeteiligung im Bund sowie in NRW massiv beschleunigt worden. Er muss fortgesetzt werden und darf nicht durch politische Initiativen wie das Netzpaket oder ein abruptes Ende der Förderung neuer Solaranlagen sabotiert werden. Für Wind und Sonne benötigen wir auch weiterhin ausreichend Fläche und schnelle Genehmigungsverfahren – nur so gelingt die Elektrifizierung fossiler Sektoren.
Klimageld endlich einführen
Das Klimageld ist überfällig: Es schafft den sozialen Ausgleich für die CO₂-Bepreisung,
stärkt die Akzeptanz der Transformation, entlastet Verbraucher*innen und stabilisiert die Kaufkraft der Haushalte mitten in der Energiekrise. Der technische Auszahlungsmechanismus ist längst bereit, jetzt braucht es den politischen Willen zur Umsetzung.
Wärmewende fortsetzen – Keine Rückkehr zur Gasheizung
Das Gebäudeenergiegesetz ist wegweisend für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Auf Grundlage dieses Gesetzes und des Wärmeplanungsgesetzes haben alle Städte in NRW – auch Münster – ihre kommunalen Wärmeplanungen erstellt. Eine Abwicklung dieser Gesetze samt Rückkehr zur Gas- und Ölheizung, wie sie die schwarz-rote Koalition derzeit plant, ist unvereinbar mit dem Klimaschutz und birgt ein enormes finanzielles Risiko für Eigenheimbesitzer*innen und vor allem für Mieter*innen.
Mieter*innen vor Kostenabwälzung schützen
Steigende Gaspreise bedeuten höhere Nebenkosten für Mieter*innen. Zusätzlich zahlen Mieter*innen über die Modernisierungsumlage jährlich acht Prozent der Investitionskosten, selbst wenn ihre Vermieter*innen eine neue Gasheizung einbauen. So entsteht für Vermieter*innen kaum ein Anreiz, auf klimafreundliche Heizungen umzusteigen. Die Modernisierungsumlage für fossile Heizungen muss deshalb gestrichen werden. Das CO₂-Kostenaufteilungsgesetz muss Investitionsanreize dort setzen, wo sie wirken: bei den Vermieter*innen.
Energy-Sharing-Regeln endlich praktikabel ausgestalten
Wer Energie erzeugt und an andere weitergibt, ob Wohnungseigentümergemeinschaften,
Vermieter*innen, Genossenschaften oder Unternehmen, muss heute umfangreiche regulatorische Vorgaben erfüllen, die solche Projekte oft unwirtschaftlich machen. Alle Neuerungen in diesem Themenfeld müssen auf Ihre Wirksamkeit geprüft und bei Bedarf nachgeschärft werden, so dass Energy-Sharing zum Erfolgsmodell wird.
Masterplan Geothermie NRW operativ umsetzen
Das Land NRW muss seinen Masterplan Geothermie mit Leben füllen und kommunale Projekte prioritär fördern. Die BEW-Bundesförderung für effiziente Wärmenetze ist zu sichern und verlässlich zu planen. Ohne diese beiden Hebel ist die Wärmewende auch in Münster nicht finanzierbar.
Verlässlicher ÖPNV
Für die Zeit der Energiekrise fordern wir eine deutliche Absenkung des Deutschlandticket-Preises – statt Tank-Rabatte, die in den Taschen der Öl-Konzerne versickern. Darüber hinaus braucht es eine dauerhafte Finanzierungszusage des Bundes sowie massive Investitionen in Erhalt und Ausbau der Infrastruktur, damit der ÖPNV seiner Rolle als Daseinsvorsorge gerecht und zu einer wirklichen Alternative zum PKW wird.
StVO-Reform für kommunale Verkehrssteuerung und Tempo 30
Der Bund muss den kommunalen Handlungsspielraum für Tempo 30, Busspuren und Fahrradstraßen durch eine konsequente StVO-Reform erweitern. Die Entscheidung, wie Verkehr vor Ort organisiert wird, gehört allein in die Hände der Kommunen.
WLE-Reaktivierung und S-Bahn Münsterland beschleunigen
Das Land NRW, der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe und der Bund müssen die Reaktivierung der WLE-Strecke nach Sendenhorst (Ziel: Personenverkehr 2027) sowie den Aufbau der S-Bahn Münsterland (vollumfänglich bis 2040) mit neuen Haltepunkten in Handorf, Dorbaum und Kinderhaus entschlossen vorantreiben. Die Verbindung Münster-Telgte-Warendorf muss ausgebaut werden — als Alternative zum ökologisch und verkehrlich fragwürdigen Ausbau der B 51. Auf den Verbindungen zwischen Münster und Warendorf, Steinfurt und Coesfeld muss der Takt der Bahnverbindungen erhöht werden.
Kommunalpolitik in Münster
Wir stehen zu den Zielen aus unserem Wahlprogramm und dem Koalitionsvertrag mit SPD und Volt: Klimaneutralität so schnell wie möglich, vollständig erneuerbare Energieversorgung bis 2040, Energiesparen als Leitprinzip, Vorrang für den Umweltverbund, Bürger*innenbeteiligung als Schlüssel. Die aktuelle Energiekrise unterstreicht die Dringlichkeit dieser Ziele. Jetzt kommt es darauf an, unsere Vorhaben schnell und konsequent umzusetzen. Wir bestärken die grüne Ratsfraktion darin, sich dafür mit Nachdruck einzusetzen.
Wärmewende vorantreiben
Der kommunale Wärmeplan ist wegweisend für Münsters Wärmewende. Er muss in der Ratssitzung im Mai 2026 beschlossen werden und dann unverzüglich in die Umsetzung gehen. Die kommunale Wärmeplanung muss mit breiter Beteiligung und umfassender Energieberatung verbunden werden, damit alle Münsteraner*innen eine verlässliche Orientierung erhalten, wie sie künftig heizen können. Das Fernwärmenetz muss ausgebaut und gleichzeitig von Gas und Öl auf erneuerbare Energiequellen umgestellt werden. Zu den wichtigsten Vorhaben gehören die Nutzung von Tiefengeothermie, eine Klärwasser-Wärmepumpe an der Hauptkläranlage und Freiflächen-Solarthermie in Münster-West. Wo keine Fernwärme genutzt werden kann, kommt Wärmepumpen besondere Bedeutung zu. Dazu ist ein kommunales Wärmepumpen-Programm nötig, mit aufsuchender Beratung, einfachen Genehmigungsverfahren, Quartiersansätzen und gezieltem Aufbau regionaler Handwerkskapazitäten. Das Förderprogramm „Klimafreundliche Wohngebäude" muss verstetigt werden, damit auch Haushalte mit geringem Einkommen den Umstieg schaffen. Ziel ist es, die Fernwärme bis 2030 zu mindestens 35 Prozent, bis 2040 vollständig erneuerbar zu machen. Auch die Nahwärmenetze in Roxel, Albachten, Hiltrup und Amelsbüren brauchen einen klaren Transformationspfad zur Klimaneutralität. Der Ausstieg aus dem Gasnetz muss geordnet und sozial gerecht umgesetzt werden — mit transparenter und nachvollziehbarer Planung, Verbraucherschutz, Härtefallregelungen und sozialer Abfederung, damit niemand mit einer stillgelegten Leitung allein gelassen wird und die Kosten nicht auf die verbleibenden Anschlussnehmer*innen abgewälzt werden.
Wind & Solar ausbauen
Alle geeigneten städtischen Liegenschaften müssen möglichst bald mit PV ausgestattet werden. Dazu ist ein Umsetzungsfahrplan nötig. Der Strom aus diesen städtischen PV-Anlagen soll auch genutzt werden, um große Verbrauchsstellen wie Schwimmbäder oder Turnhallen zu versorgen – Strombilanzkreise können so standortübergreifende Nutzung ermöglichen. Der Ausbau und das Repowering von Windenergie sowie zusätzliche Solarprojekte müssen konsequent vorangetrieben werden, damit die Stadtwerke bis 2030 alle Privathaushalte in Münster mit Ökostrom versorgen können. Bei neuen Projekten sollen Beteiligungsoptionen wie Bürgerenergie, Genossenschaften und Energy Sharing zum Standard werden. Energiespeicher müssen mit besonderer Priorität genehmigt und Flächen dafür bereitgestellt werden, da sie zentrale Bausteine für eine stabile und sichere Energieversorgung sind. Gleichzeitig sind Netzverstärkungen, neue Umspannwerke sowie intelligente Steuerungssysteme konsequent auszubauen, um erneuerbare Energien zuverlässig ins System zu integrieren. Systemdienliche Flexibilität – etwa durch Lastmanagement, steuerbare Ladeinfrastruktur und flexible Verbraucher – muss gezielt gefördert und regulatorisch erleichtert werden. Digitale Netzsteuerung und Smart Metering müssen als kommunale Infrastrukturaufgabe vorangetrieben werden. Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung der bestehenden Netze, reduzieren den Bedarf an kosten- und flächenintensivem physischem Netzausbau erheblich und senken die Kosten für alle Nutzer*innen.
Mobilitätswende
Die Mobilitätswende macht uns unabhängig von fossilen Kraftstoffen und reduziert die Emissionen und den Flächenverbrauch des Autoverkehrs. Wir bekennen uns deshalb weiterhin zum konsequenten Vorrang für Fuß-, Rad-, Bus- und Bahnverkehr. Besondere Priorität haben der vierte Nahverkehrsplan, Busspuren zur Beschleunigung und die erste Metrobus-Linie vom Hauptbahnhof über das UKM nach Gievenbeck sowie die Fertigstellung des Fahrradnetzes 2.0. Die Nutzung des ÖPNV muss dauerhaft bezahlbar bleiben.
Energiewende jetzt – für Sicherheit und gutes Leben
Der Angriff auf den Iran im Februar 2026 führt zu einer Energiekrise. Diese Krise trifft Menschen weltweit und auch uns in Münster. Das ist bereits das zweite Mal in vier Jahren. Das zeigt: Wir müssen unabhängig von Öl und Gas werden. Das ist wichtig für Klima, Sicherheit und Wirtschaft.
Wir Grüne in Münster haben einen Plan. Wir wollen schnell Energie sparen. Wir wollen mehr Wind- und Solaranlagen. Und wir wollen das gut machen für alle Menschen.
Was die Energiekrise bedeutet
Menschen mit wenig Geld leiden besonders unter hohen Energiepreisen. Das ist unfair. Deshalb müssen wir unabhängig von teuren Öl- und Gaspreisen werden. Die Energiewende muss für alle bezahlbar sein.
Was wir von der Landes- und Bundespolitik fordern
- Mehr Wind- und Solaranlagen bauen
- Klimageld einführen (Geld für alle Bürger wegen CO₂-Preis)
- Wärmewende fortsetzen (keine Rückkehr zu Gasheizungen)
- Mieter vor hohen Nebenkosten schützen
- Regeln für Energieteilung vereinfachen
- Geothermie in Nordrhein-Westfalen fördern
- Busse und Bahnen günstiger und besser machen
- Radfahren und Fußverkehr unterstützen
Was wir in Münster machen
Münster soll bis 2040 vollständig mit erneuerbaren Energien versorgt sein.
Wärme
Wir erstellen einen Plan für klimafreundliche Wärme in Münster. Alle Gebäude sollen in Zukunft mit erneuerbaren Energien geheizt werden. Wir nutzen Tiefenwärme aus der Erde. Wir bauen Wärmenetze aus. Wir helfen Menschen beim Umstieg zu Wärmepumpen.
Strom
Alle städtischen Gebäude sollen Solaranlagen bekommen. Wir bauen mehr Windkraftanlagen. Wir speichern Strom. So können wir alle Haushalte mit Ökostrom versorgen.
Mobilität
Wir machen Busse und Bahnen besser und günstiger. Wir bauen mehr Radwege. Fußgänger haben Vorrang. Das macht uns unabhängig von Benzin und Diesel.
Warum das wichtig ist
Fossile Energien machen uns abhängig von anderen Ländern. Das ist unsicher. Erneuerbare Energien (Wind, Sonne) sind sicher und sauber. Mit Energiewende haben alle genug Geld für Heizen und Fahren.