Logo

www.gruene-muenster.de

Navigation
Ältere Artikel finden sich...
Mitglied bei

Attac-Logo
Pressemitteilung + Menschenrechte + Bündnis 90/ Die Grünen + Ratsfraktion + Münster
Blättern in : Alle > Publikationstyp > Pressemitteilung
Alle > Themen > Menschenrechte
Alle > Parteien > Bündnis 90/ Die Grünen
Alle > Parteien > Bündnis 90/ Die Grünen > Ratsfraktion
Alle > Münster
Beliebige dieser Kategorien - Alle dieser Kategorien

„Münster schiebt nicht ab!“ – Grüne fordern den Abschiebestopp für Roma in Münster

Veröffentlicht am 18. August 2009

Die Camps Cesmin Luk und Osterode liegen direkt neben einer riesigen bleiverseuchten Abraumhalde eines seit 2000 geschlossenen Bergwerks (Trepca), das Blei, Gold, Silber... gefördert und aufbereitet. Die ganze Stadt Mitrovica ist von den Umweltschäden betroffen, die Gegend ist verseucht. Die beiden Roma-Lager sind wegen der Nähe besonders betroffen.Zehn Jahre nach dem Kriegsende in Kosovo leben viele Flüchtlinge immer noch in Münster. Darunter vor allem Angehörige von Minderheiten, die so genannten Roma, Ashkali und Balkan-Ägypter. Ihre Kinder und Jugendlichen sind in Münster aufge-wachsen und zur Schule gegangen, sie sprechen Deutsch, lieben den Send und das Hafenfest, planen eine Zukunft als Friseurin, Maurer oder Verkäuferin. Kosovo ken-nen sie nur aus den Nachrichten und von ihren Eltern, die von Verfolgung und brennenden Häusern berichten.

Seit Februar 2008 ist der Kosovo ein selbstständiger Staat. Er wurde von Deutschland massiv unter Druck gesetzt, ein Rücknahmeabkommen für die ca. 15000 Flüchtlinge zu unterzeichnen. Für das sehr arme Land, das einen schrecklichen Krieg mit all seinen Folgen für Menschen und Infrastruktur und den Wechsel von der Plan- zur Marktwirtschaft zu bewältigen hat, ist die Integration der Flüchtlinge eine wirtschaftliche und politische Überforderung. Die Flüchtlinge brauchen menschenwürdige Wohnungen, Arbeitsplätze (die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 50%), Schulen (die Schulen platzen aus den Nähten, es wird in drei Schichten unterrichtet) und gesundheitliche Versorgung, die für die meisten Kosovaren ein fernes Ziel ist - so Brigitte Hasenjürgen, die im Juli den Kosovo bereist hat. Die rückkehrenden Flüchtlinge erwarte ein Leben in Armut, ohne berufliche Perspektive. Zurzeit leben ca. 35000 bis 40000 Roma, Ashkali und Ägypter in Kosovo. Die meisten wohnen in normalen Stadtvierteln, teils zusammen mit albanischen Kosovaren, der größten Bevölkerungsgruppe.  Etwa 10.000 leben jedoch in Camps - teils unter sehr widrigen Umständen, isoliert. Die berüchtigten bleiverseuchten Camps in Mitrovica werden gerade aufgelöst, die 1.000 Bewohner ziehen in neue Häuser. Jedoch besteht die Gefahr, dass „die Neuen aus Deutschland" wiederum die Camps bevölkern.

Wenn die deutsche Regierung vernünftige Entwicklungshilfe leisten möchte, dann sollte sie auf die Abschiebung der Flüchtlinge aus Kosovo verzichten. Das ist die einzige humane Perspektive für die betroffenen Menschen, insbesondere die Kinder und Jugendlichen. Eine Aussetzung der Abschiebung ist aber auch eine wirtschaftliche und politische Aufbauhilfe für den jungen Staat - rationaler als so manche Spende für Hilfsorganisationen oder die Finanzierung von internationalen Beratern u.a. Schließlich macht die Aussetzung der Abschiebung auch historisch Sinn: Roma und andere Minderheiten sind durch deutsche Befehlshaber und Ausführende während des Zweiten Weltkrieges ermordet, gedemütigt und vertrieben worden. Bis heute sind Roma in vielen Ländern nicht gern gelitten und Diskriminierungen und Vorurteilen ausgesetzt; auch Deutschland macht hier keine Ausnahme. Sie haben keine Lobby und werden hin und her geschoben. Die deutsche Regierung sollte den Zeitpunkt nutzen und die Roma, die mehrere Jahre in Deutschland leben, als ihre Bürger und Bürgerinnen willkommen heißen. Ein starkes Symbol, wenn auch keine Wiedergutmachung.

Münster sollte den Anfang machen. Münster ist eine relativ reiche deutsche Stadt, gibt sich gern weltoffen, liberal und menschlich. Warum nicht ein Zeichen setzen und aller Welt zeigen, dass die Stadtgesellschaft Münster selbstbewusst NEIN zur Abschiebung von Roma sagt. Münster verkündet: Wir schieben lange hier lebende Roma nicht ab - sie gehören zur Stadtgesellschaft. Die Grünen begrüßen die Münsteraner Aktion „Aktion 302 - Rettet eure Nachbarn" und fordern die Stadtgesellschaft und den Rat der Stadt Münster auf, die drohende Abschiebung der 302 Roma aus Münster sofort auszusetzen! Die Grünen setzen sich für eine konstruktive Zusammenarbeit aller Parteien ein. Ziel ist eine gemeinsame Ratsentscheidung gegen die Abschiebung von Flüchtlingen in den Kosovo.

Diesem Element sind keine Kommentare zugeordnet.

Optionen :
Artikelübersicht anzeigen
Archive anzeigen
Spenden
Freiheit statt Angst
Datenschutzdemo am 11.09. in Berlin

Datenschutzdemo am 11. September 2010 in Berlin
... mehr Infos

twitter-logo
Veranstaltungen
Heutige Termine
  • Keine Angaben
Terminvorschau für die nächsten 30 Tage
  • Keine Angaben
Login

Neues Passwort